Lean Lan Konzept

Schulpodium.de

Diskussionsgrundlage
Dieses Schreiben soll erst einmal eine Diskussionsgrundlage zum Konzept des schulpodiums sein.
Aus den Erfahrungen eines Intel Projektes zur Integration von Notebooks in Schulnetzwerke und deren Wartung- und Support, kam die Überzeugung auf, dass in Zukunft die Integration von Computern in eine statische Schuldomäne nicht vollständig sinnvoll sein wird. Zwar würde eine Domänenmitgliedschaft von mobilen Endgeräten die einfacheren Wartungsstrategien ermöglichen, die man über Gruppernrichtlinien, Rechtebeschränkungen und Nutzeranmeldungen incl. Protokollierungen durchsetzen könnte, gleichzeitig verlöre man aber die großen Vorteile von Notebooks, nämlich das Ermöglichen der Computerarbeit an verschiedensten Lernorten. Die unterschiedlichen Anmeldungen an der Domäne oder lokal – außerhalb der Domäne, würde den Schulungs-, Verständnis- und Wartungsaufwand wieder zusätzlich verstärken, so dass wir auf ein einfacheres Konzept als Schulnetz setzen.

Das Schulnetzwerk soll als LeanLan aufgebaut sein, mit flachen, einfachen Strukturen und einer grundsätzlichen Wartungskonzeption, sowie einer einfachen pädagogischen Konzeption. Gleichzeitig soll ein Schulnetzwerk ein Lernnetzwerk sein, dass Lernen in und außerhalb der Schule ermöglicht, unabhängig von der genutzten Infrastruktur oder dem verwendeten Endgerät. Eine Lernplattform betreiben wir 3 Jahren mit Moodle – der aktuelle Umstieg auf eine stable Moodle 2.0 würde einen idealen Zeitpunkt zur Neuausrichtung eines Schulnetzes bedeuten können.

Was soll entstehen ?
Die Lösung, die mir vorschwebt, ist ein Portal im Internet, an dem sich der Benutzer – Lehrer, Schüler, Supporter anmeldet und auf dem er dann seinen definierten Desktop, nach verschiedenen Ausbaustufen, zur Verfügung gestellt bekommt.
Da der User mit nur einem Login (SSO – Singel-Sign-On) auf alle verfügbaren Webservices zugreifen soll, muss ein Central Authentication Service (CAS) integriert werden. Dadurch ist es möglich, mit einer einmaligen Anmeldung am Portal, sämtliche zur Verfügung stehenden Dienste ohne weitere Anmeldung zu nutzen.  

Beispielsweise wäre die Implementierung eines OpenID Servers in unser Portal nutzbar, um dann mit dieser Anmeldung auf externe Dienste zugreifen zu können, ohne das Look&Feel der Plattform zu verlieren.
Da der Aufwand für eine Dateiablage oder ein entsprechendes Mailsystem im Portal extreme Anforderungen an Speicher, Rechenleistung und Space bedeuten würde, denke ich, das man diese Dienste von externen Anbietern verwendet. Von Microsoft böte sich die für Schulen kostenfreie Variante @live an, die mit einem Onlineoffice, einem Mailsystem sowie mit der Dateiablage “Space” bereits wichtige Dienste böte.
Auch Google bietet diese Dienstleistungen absolut ausgereift an. An vielen amerikanischen Einrichtungen sind die Google Dienste Standard.
Zu bedenken ist aber ohnehin bei beiden Anbietern, die Problematik, die datenschutzrechtlich entstehen könnte, wenn man persönlichen Daten z.T. Minderjähriger weiter gibt. Aus diesem Grund präferiere ich zum Start der Plattform Kommunikationsdienste für Lehrer und nach einer Evaluation und der Verfassung einer Schulerklärung zur Nutzung, im 2. Schritt für Schüler.

Ein zentraler Dienst von schulpodium wäre das LMS Moodle. Moodle ist quasi die Standard Software auf dem Gebiet von Lern-Management-Software. In Moodle haben die Lehrer die Möglichkeit Ihre Unterrichtskurse abzubilden und Ihren Schülern bzw. Klassen alle Informationen, Dokumente, Links, Aufgaben, Tests und Arbeitsmaterialien zur Verfügung zu stellen. In der aktuell stablen Version 2.0 wird Moodle um weitere interessante Features erweitert. So wird z.B. für alle Nutzer ein Repository integriert. Dadurch ist es nun möglich, auch persönliche Dokumente zu hinterlegen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, verschiedene externe Dienste wie Facebook, Youtube, GoogleDocs, Dropbox, Box.net, @live etc. in sein eigenes Repository zu integrieren. Lehrer können dadurch, auf einfache Weise, Daten ihren Klassen und Gruppen zur Verfügung stellen.
Aus unserer Sicht ist es nicht mehr nötig, innerhalb der Schule eine Schüler- und Klassenstruktur per Server zu implementieren. Auf der zentralen Plattform haben die Schüler jederzeit Zugriff auf die Daten der Klasse bzw. des Kurses, können über ein Forum oder per Chat mit den Mitschülern  und Lehrer kommunizieren und Arbeitsergebnisse präsentieren.
Ein weiteres zentrales Feature von Moodle 2.0 ist die so genannte HUB-Funktion. Dadurch ist es möglich, eine globale Kurssuche über einen zentralen Hub-Server zu ermöglichen. Dazu können sich verschiedene Moodle Installationen auf der ganzen Welt an unserem Hub Server anmelden und auf bestimmte Inhalte bzw. Kurse (welche durch einen Trainer freigebenen wurden) zugreifen. Unser Ziel ist es, relativ frühzeitig einen solchen HUB-Server im deutschsprachigen Raum zu etablieren.

Weitere Angebote auf unserer Plattform sollen eine einfache Variante zur persönlichen Linksammlung sowie die Standardlinks auf die Schulhomepage, den Stundenplan, die Foren, etc. und natürlich Blogs und Wikis sein. Diese sind auch im Moodle bereits einfach zu erstellen – ich würde aber trotzdem WordPress integrieren, da mir hier die Handhabung besonders plausibel und ausgereift scheint. Weiterhin wäre  ein zentraler Helpdesk sinnvoll, um an eingetragene Supporter Störungsmeldungen und Hilfestellungen professionell zu übertragen (z.B. per hesk).
Durch die Anmeldung als Schüler, Lehrer oder Supporter sollen die Startbildschirme individualiesert sein, ohne besonders viele Änderungsmöglichkeiten zu bieten, um die dauerhafte unveränderte Nutzung nicht zu gefährden – also analog eines mandatory Profiles.
Idealer Weise entsteht durch eine solche Plattform ein Kommunikationsmedium für Schüler und Lehrer und zusätzlich für die Supporter eine Möglichkeit, sich über Strategien, Problem, Lösungen und gemeinsame Anschaffungen auszutauschen.

Der Anfang ist hiermit getan, die Entwicklung wird spannend.